Magazin


Produktentwicklung – Insight Aqua free


Wasserfilter müssen höchsten Anforderungen gerecht werden und entsprechend aufwändig ist die Produktentwicklung.

Im folgenden Text erläutert Eugen Lietke, Head of Development, die Produktentwicklung bei Aqua free und die einzelnen Schritte bis zum fertigen Produkt.

Schritt 1: Erstellung eines Lastenhefts

Im ersten Schritt beginnt die Entwicklung mit der Konzeption basierend auf einem Lasten bzw. Pflichtenheft. Darauf aufbauend entwickelt das Team eine Spezifikation. Das Pflichtenheft stellt die offizielle Vorgabe für die Produktentwicklung dar.

Schritt 2: Die Konzeptionsphase

Anschließend beginnt die Konzeptphase, in der verschiedene Detailstufen konzipiert werden. Aus dieser Phase resultiert der erste Prototyp, welcher entweder durch 3D-Druck oder ein anderes Verfahren erstellt wird. Es werden diverse Prototypen hergestellt, um unterschiedliche Teile oder Testbedingungen zu berücksichtigen. Dabei kommen bei uns zwei verschiedene 3D-Drucker zum Einsatz.

Danach wird ein Designentwurf in CAD, ein computerunterstütztes Verfahren zur Konstruktion von Zeichnungen, erstellt. Dieses Modell wird erneut geprüft. Im Anschluss daran wird ein optisch ansprechendes Funktionsmodell entwickelt. Dieses Modell muss von internen oder externen Auftraggebern freigegeben werden.

Schritt 3: Die Werkzeugkonstruktion

Es folgt die Phase der Werkzeugkonstruktion. Hierbei werden in Abstimmung mit dem Werkzeugbauer diverse Modelle für Spritzguss oder Metallbauteile entwickelt. In der Abstimmung mit dem Spritzgießer können Diskrepanzen zwischen den Entwürfen und der Konstruktion auftreten, die intensiv besprochen werden müssen.

Für Produkte wie Sterilwasserfilter sind komplexe Werkzeuge erforderlich. Daher ist eine genaue Abstimmung in jedem Schritt der Produktentwicklung unerlässlich.

Schritt 4: Produktion der Muster & der Werkzeuge

In der nächsten Phase werden erste Muster vom Spritzgießer geliefert, die zeigen, was mit den erstellten Werkzeugen realisierbar ist. Eine fortwährende Abwägung zwischen Design und Funktion ist essenziell. Wichtige Aspekte hierbei sind Kompromissbereitschaft aller Projektpartner und Stakeholder. Jegliche Änderungen beeinflussen das gesamte Produkt und erfordern ständige Überprüfung und Tests. Änderungen an den Werkzeugen sind sowohl zeit- als auch kostenintensiv, weshalb eine enge Abstimmung zwischen Auftraggeber, Entwicklung und Spritzgießer kontinuierlich erforderlich ist.

Parallel dazu werden erste Prozesse für die Werkzeugproduktion entwickelt. Ebenso findet stetig eine Risikobewertung durch Messungen, Versuche und Kalkulationen statt. Das Ziel ist, dass das Produkt einwandfrei funktioniert.

Man kann sich den gesamten Entwicklungsprozess als Trichter vorstellen: Am Anfang ist er sehr allgemein, wird jedoch gegen Ende immer detaillierter. Dies wird durch die enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten erreicht.

Schritt 5: Fertigung der Nullserie

Nach Abschluss dieser Phasen wird eine erste Nullserie gefertigt und geprüft. Dabei liegt der Fokus auf der Verifikation des Produkts.

Zum Schluss ist zu erwähnen, dass der Projektprozess bei "Aqua free" ein hybrides Modell darstellt – eine Kombination aus klassischem und agilem Projektmanagement. Welches bei uns sehr gut funktioniert.